Social Media Depression: Warum uns Instagram & Co. krank machen

Heutzutage ist Social Media aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Insbesondere Instagram ist bei vermeintlichen Bloggern & Influencern eine der wichtigsten Apps schlecht hin. Als anfängliche „Foto-Album“ App, hat sich Instagram im letzten Jahrzehnt zu einem lukrativen Online Portfolio aber auch Werbe-Tool mit perfekten Bildern entwickelt. Neben Instagram gilt es aber auch regelmäßig nach neuen Social Media Kanälen Ausschau zu halten, um ja keinen Trend zu verpassen, schlussendlich möchte man ja auf dem neuesten Stand sein. Der ständige Druck und Stress kann mit der Zeit sogar zu einer Social Media Depression ausarten.

Nachdem ich letztens erst wieder einen Beitrag von einer Blogger Kollegin gelesen habe, worin sie ihre Zweifel über das gepostete Bild kund getan hat, haben mich ihre Worte dazu bewegt diesen Artikel zu verfassen. Ich – die selbst tagtäglich mit der perfekten Instagram Welt konfrontiert ist – möchte auf ehrliche und satirische Weise aufzeigen, wie sehr wir einerseits von dieser perfekten Sozialen Welt besessen sind und andererseits wie sehr wir uns mit anderen Influencern vergleichen, nur um genau in dieser perfekten Instagram Welt akzeptiert zu werden. Wie weit wir bereit sind zu gehen und wie uns dieser tagtägliche Druck auf Dauer krank macht und wir step by step in eine Social Media Depression verfallen.

„Schau ich auf dem Bild fett aus?!“ „Ist das ein Doppelkinn?!“ „Omg, wie tief sind diese Falten?!“ „Nein, das kann ich absolut nicht tragen! Dieses Outfit ist sehr unvorteilhaft.“

Solche und andere Gedanken lassen unsere Unsicherheit wachsen. Wie werden meine Bilder von der Community aufgenommen? Bekomme ich genügend Zuspruch oder sollte ich das Bild vielleicht doch lieber mehr bearbeiten? Vielleicht einfach ein bisschen weniger hier und ein bisschen weniger da … ahja und das wichtigste zum Schluss nicht vergessen: den grandiosen Filter, der wirklich jeden einzelnen Makel glättet. Perfection it is!

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Instagram – von Moment-Aufnahmen zu perfekten Bildern

Vor 10 Jahren ging Instagram online. Zu Beginn haben Nutzer Moment Aufnahmen aus ihrem Leben ohne großem Schnickschnack gepostet, extreme Bild Bearbeitung war damals noch ein Fremdwort.  Heutzutage wäre das undenkbar. Unbearbeitete Moment Aufnahmen sind tabu geworden, es wird ausschließlich perfekter Content geplant. Je extravaganter die Location, je ausgefallener die Pose, je teurer der Look, desto mehr Potential hat das Bild auf der Explore Seite zu landen und somit viral zu gehen. Viralität – der Traum eines jeden Influencers! Wo früher hauptsächlich der Spaß im Vordergrund stand, herrscht heute eisige Disziplin und ständiger Stress dieser neu geschaffenen perfekten Welt gerecht zu werden.

Jeder zweite Influencer auf Instagram hat bereits seinen eigenen Filter kreiert und verkauft seine Presets zu anzüglichen Preisen. Und wir Lemminge kaufen uns einen Filter nach dem anderen, um genauso famous zu werden wie unser besagtes Vorbild. Egal, ob Instagram bereits überquilt und jeder Feed im braun-orangen Ton erscheint, wir müssen ja nicht herausstechen. Wir müssen nur kopieren – besser kopieren. Und sind wir uns doch ehrlich: Bildbearbeitung per Preset mit nur einem Klick ist der leichteste Weg für das perfekte Bild. Die über Jahre hart angeeigneten Bildbearbeitungs-Skills werden innerhalb eines Klicks zu Nichte gemacht.

Die perfekte Welt auf Instagram – der unreale Wahnsinn

Wann auch immer wir Zeit haben wird fleißig auf Instagram gewischt. Auf dem Weg in die Arbeit die neuesten Stories anschauen, in der Kaffeepause nach den neuesten Trends suchen, während der Mittagspause nach Inspirationen Ausschau halten. Das ganze Prozedere erfolgt im Sekundentakt: Liken hier, Speichern da, Kommentieren dort. Durchschnittlich ist unsere Aufmerksamkeitsspanne mit der eines Goldfisches vergleichbar. Das bedeutet, dass beim Scrollen unser Fokus auf einem Bild bei ca. 10-15 Sekunden liegt und genau in dieser Zeit muss das besagte Bild einen Wow-Effekt bei uns hinterlassen. Wodurch wird denn dieser Wow-Effekt erzeugt? Natürlich durch eine Atemberaubende Kulisse, ein teures Luxusobjekt, einen stählerner Körper – getuned durch den perfekten Instagram Filter, der jeden Feed gleich aussehen lässt. Egal, solange wir selbst damit faltenfrei und sexy aussehen.

Fasziniert von dieser perfekt inszenierten Welt wünschen wir uns nichts mehr als selbst in diese einzutauchen und Teil dieser zu werden. Die Auswahl ist groß: exzessiver Sport Junkie, veganer Foodporn Koch par excellence, Highend Beauty Fashionista & abgöttisch liebende Mama Bloggerin –  in irgendeine Kategorie werden wir uns schon reinzwängen können. Alles was zählt sind hartes Training mit gesunder Ernährung  sowie hochwertige Kosmetik, die für unser perfektes Selbstbild sorgen. Und wenn das Spiegelbild noch lange nicht die perfekte Instamgram Welt zeigt, haut man einfach kurzrum den Magic Filter drauf oder lässt sich im besten Fall auch von einem Arzt tunen. Ein bisschen weniger hier, ein bisschen mehr da und schon ist das neue Ich perfekt Instagram-tauglich. Unrealer Wahnsinn, nicht wahr?

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Social Media Depression – Warum uns Instagram & Co. krank machen

Ob jung oder alt, wir lassen uns gern von der perfekten Instagram Welt blenden. Wir verbringen Stunden vor dem Handy, swipen uns regelrecht durch Instagram durch und wünschen uns nichts sehnlicher, als genauso wie alle anderen Instagram Sternchen auszusehen. Makellose Haut, langes glänzendes Haar, durchtrainierter Körper, knackiger Po. Die ständige Konfrontation mit der perfekten Instagram Welt macht uns krank. Der stetige Wunsch nach perfekten Bildern erzeugt Stress und der Druck immer besser zu werden wird immer größer. Social Media ist sehr schnelllebig, da musst du funktionieren und wenn mal ein paar Tage kein perfektes Bild gepostet wurde ist die Reichweite auch schon gleich im Keller. So gieren wir tagtäglich nach Likes, suchen die Bestätigung unserer Community, kaufen Follower, nehmen an Supportgruppen teil, nur um zu dieser perfekten Instagram Welt dazu zu gehören. Neid und Gier werden größer, der Drang nach Anerkennung steigt ins unermüdliche.

„Warum hat sie das Päckchen zugeschickt bekommen?!“ „Das hat sie doch gar nicht verdient!“ „Die hat bestimmt ihre Follower gekauft!“ „Ich will auch! Warum kriege ich sowas nicht?“

Vergleiche werden angestellt, Selbstzweifel werden stärker. Bis zu dem Zeitpunkt, wo der kreative Verstand erschöpft ist. Dann überfällt sie dich kalt und herzlos, die Social Media Depression. Infiziert deinen perfekten Körper und raubt dir deine Muse. Der Stress der Perfektion ist einfach zuviel, der Geist schreit nach einer Pause. Einer Pause von der perfekten Content Vorplanung. Und so gönnst du dir gezwungenermaßen eine Ruhephase, um deine Batterien aufzuladen. Für die nächste Zeit gibt es keine perfekte Location, kein perfektes Outfit, kein perfektes Make-Up und keine perfekte Pose. Nur die perfekte Ruhe. Bis sie sich langsam auflöst, die Social Media Depression und den Körper wieder frei gibt. Bereit um sich wieder in die perfekte Instagram Welt zu stürzen und Neues zu schaffen. Es ist wie eine Sucht, trotz einer Pause wird man schnell rückfällig und kann es nicht lassen, als wieder die ganze Zeit ins Handy zu starren.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Harte Worte, nicht wahr? Manch einer wird sich bestimmt in diesen Worten wiederfinden. Manch einer wird es bestimmt auch auf dem eigenen Leib erfahren haben. Neid und Missgunst, die tief in uns drin schlummert. Und trotzdem sei eins gesagt: es ist nicht alles Gold, was glänzt. Natürlich sehen wir auf Instagram immer nur die perfekten Kulissen, aber wir waren auch diejenigen, die diese App zu dem gemacht haben was sie ist. Und nun müssen auch wir diejenigen sein, die hinter die Kulissen blicken. Denn die perfekte Instagram Welt wird nur gern nach Außen hin perfekt dargestellt. Niemand von uns ist perfekt und das ist auch gut so!

Selten zeigt jemand die wirklich harten Momente aus seinem Leben. Erzählt über seine schwere Krankheit, die Arbeitslosigkeit und den Kampf über die Runden zu kommen, den Verlust eines geliebten Menschen oder andere gröbere Probleme. Warum? Instagram ist der Heilige Grahl der Inspiration. Wir möchten uns berieseln lassen. Mit einer Prise Individualismus. Wir möchten staunen, schmunzeln, lachen und unserem eigenen Alltag entfliehen. Wir möchten uns nicht mit den Sorgen anderer beschäftigen und uns mit einer Negativität konfrontieren lassen.

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Deswegen streben wir nach Perfektion. Wir bauen uns eine Welt auf, die wir nach Außen hin transportieren wollen. Mit einem einheitlichen Farbkonzept und mit dem dazugehörigen Filter, der den gesamten Feed ansprechend wirken lässt. Warum auch nicht? Das ist vollkommen in Ordnung! Solange wir uns dessen bewusst sind, dass auf Social Media nicht alles Gold ist was glänzt. Wozu neidig sein und anderen ihren Erfolg nicht gönnen? Wir sollten dankbar dafür sein, was uns diese App für Türen geöffnet hat und für Möglichkeiten bietet. Wir selbst können uns aussuchen in welche Richtung wir uns entwickeln wollen, denn wir sind schließlich diejenigen, die diese Grenzen steuern können.  Jeder von uns hat seine eigene Definition von Perfektionismus und sollte sich nicht mit anderen vergleichen. Denn jeder von uns ist gut genug so wie er ist. Wir müssen nur lernen dies zu akzeptieren.

Kennst du bereits den Follow – Unfollow Hype auf Instagram? Folge mir doch auf Instagram und finde es heraus 😉

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